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 Vor- und Nachteile von Zeolith

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BeitragVerfasst am: Mo Dez 28 13:54:22 GMT 2009    Vor- und Nachteile von Zeolith Antworten mit ZitatNach oben

Hallo miteinander,

da man immer wieder die unterschiedlichsten Meldungen über Zeolith hört, möchte ich hier ein paar Hinweise geben.

Zeolith ist ein hochporöses Filtermaterial, welches in Süßwasser und auch im Salzwasser verwendet werden kann.

Der Name selbst kommt aus dem Griechischen und bedeutet Zeo (sieden) und Litos (Stein). Die Namensgebung kommt von der Struktur dieser Steine. Erhitzt man Zeolith stark, beginnt es zu sieden. Dieses Gestein ist von sehr kleinen verzweigten Kanälen durchzogen, in welchen Wasser gebunden ist. Dieses wird bei der Erhitzung freigesetzt und somit deutlich sichtbar.

Aus über rund 40 Inhaltsstoffe besteht das hochwirksame Filtermaterial, dabei am wichtigsten Aluminium, Silizium und Sauerstoff.

Die Silizium- und Aluminiumatome, sind dabei an andere Atome/Moleküle gebunden und tauschen auch Moleküle aus (Ionentauscher).

Es ist extrem porös und ist daher eine gute Besiedlungsgrundlage für Bakterien welche in den Nährstoffabbau eingreifen.
Oberflächig gebundene Bakterien wandeln Ammonium in Nitrat um, die Bakterien , welche im inneren sitzen, Nitrat in Stickstoff. Es bindet Phosphat und baut diesen auch biologisch ab.

Die Bindung von Sauerstoff verlangt einen höheren Wasserdurchsatz als andere biologische Filtermaterialien.

Nachteile:
Wird in Aquarien, in denen mit Zeolith gefiltert wird mit Salz (beispielsweise zur Behandlung von Krankheiten) hantiert, besteht die Gefahr, dass die im Substrat aufgenommenen Giftstoffe mit einem mal an das Wasser abgegeben werden. Was ursprünglich dem erkrankten Tier helfen sollte wandelt sich so sehr schnell zum absoluten Supergau.

Auch gefährlich und auf keinem Beipackzettel zu finden.
Die meisten Wasseraufbereiter benutzen zeolithähnliche Substanzen, die den Lösungen in microkristalliner Form beigemischt werden. Sie verbessern das Wasser tatsächlich, bleiben aber mit Schadstoffen gesättigt, meist auf und im Bodengrund. Bedenkt man dies nicht und wendet Salz im Wasser an, werden auch hier die Giftstoffe wieder herausgelöst und an das Wasser abgegeben. Dies ist ein Grund, weshalb ich keine Wasseraufbereiter in meinen Aquarien verwende. Auch wird in meinen Aquarien kein Salz verwendet. Wirksamer ist eine solche Anwendung eh, wenn ein erkranktes Tier kurzzeitig in einer Solelösung behandelt wird und die Ursache einer Erkrankung beseitigt wird.

Auch sollte man nicht mehr als 100-500g des Materials (je nach biologischer Belastung des Wassers) in einen Filter einbringen, da das Becken sonst sehr schnell überfiltert und das Rhedoxpotential zu hoch wird (u.a. Gefahr von Pinselalgen).

Salz zum reaktivieren von Zeolith:
Zeolith kann man mittels Kochsalz reaktivieren.
Hierzu wäscht man zuerst das Substrat aus, um anhaftenden Mulm und Schmutz zu entfernen. Anschließend legt man die Steine, lose, für mindestens 24, besser 48 Stunden in eine 5%ige (5g pro Liter) Kochsalzlösung (jodfreies Salz). Mehmals umrühren, damit die Giftstoffe restlos ausgewaschen und ausgelöst werden.

Natürlich müssen die Steinchen anschließend mehrmals gründlich unter fließendem Wasser ausgespült werden.

Am effektivsten funktioniert das Reaktivieren, wenn die Steinchen vorher richtig trocken waren, denn die Sole kann dann besser, auch in die Microkanäle der Steine, eindringen.

Wird Zeolith im Teichfilter verwendet, sollte man auf eine frostfreie Lagerung achten, da das in den mikroskopisch kleinen Kanälen enthaltene Wasser gefrieren kann und der Stein komplett zerfällt, wenn die im Stein vorhandene Flüssigkeit gefriert.

Wird Zeolith im Seewasserbecken verwendet, sollte es nicht, wie oben beschrieben mit Salz behandelt werden. Bitte in diesem Fall die Steine in ein feuerfestes Gefäß mit Deckel geben und unter Zugabe von etwas Wasser für 30 Minuten bei 160-200°C auskochen/ausdampfen. Das Wasser sofort abgießen und das Substrat nach dem Abkühlen mit reichlich klarem Wasser waschen.

Stark verschmutztes und nach der Reinigung noch immer unangenehm riechendes Substrat sollte man austauschen. Zeolith kann als biologisches Material auf den Kompost geworfen oder auch als Substrat für Hydrokultur weiterverwendet werden.

Ciao
Uwe

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